Frischer Wind im Weinberg

Mit Andreas Bender betritt ein Querdenker die Bühne des deutschen Weinbaus.
Nach dem beeindruckenden Debüt eines Schauspielers heißt es oft: „Von diesem jungen Mann wird
man noch viel hören.“
Von Andreas Bender wird man noch sehr viel hören: Er betritt im Frühling 2010 die Bühne des deutschen
Weinbaus – als qualitätsorientierter, ehrgeiziger, geradliniger Selfmade-Winzer, der abseits ausgetretener Pfade einen für Deutschland erfrischend neuen und unkonventionellen Weg geht: Seine hochklassigen Weine produziert Bender aus Trauben, die er bei renommierten Vertragswinzern in der gesamten Pfalz und an der Mosel kauft.

Alte Traditionen neu interpretiert
Auch sonst denkt Bender, als Sohn eines Rebveredlers an der Mosel aufgewachsen und von Kindesbeinen an im Weinberg und -keller unterwegs, gerne quer, bürstet gängige Lehrmeinungen gegen den Strich, packt die Dinge anders an als viele seiner Kollegen. Er verwirft schlechte Angewohnheiten der Branche, übernimmt gute, alte Traditionen und haucht ihnen frischen Geist ein, interpretiert den Weinbau neu und zeitgemäß. Dementsprechend ungewöhnlich ist auch das Vertriebskonzept – über eine Agentur. Per Soehlke, Geschäftsführer von Smart Wines in Köln: „Uns hat die gelungene Kombination aus hochqualitativen Weinen und einem dynamischen, für Deutschland innovativen, Projekt von Anfang an gut gefallen. So haben wir uns entschlossen, Andreas Bender vom Start weg als Vertriebspartner zu begleiten und zu unterstützen. Wir brauchen solche Winzer, die eigene Wege gehen.“

Erstklassige Trauben aus besten Lagen
Andreas Bender: „Das Wichtigste für mich sind erstklassige Trauben aus besten Lagen, kompromisslose
Qualität und Loyalität zu den Kunden.“ Besonders stolz ist er auf 3,5 Hektar Riesling-Weinberge in
seiner Heimat, der Mosel-Region, davon 1 Hektar alte, familien eigene Rebgärten. Aus diesen Mosel-
lagen stammen die Trauben für die beiden Rieslinge Paulessen und Hofpäsch, die Bender nach den
traditionellen, bis ins 17. Jahrhundert zurückgehenden, Dorfnamen seiner Familie in Leiwen benannt
hat. Um bestes Traubenmaterial ernten zu können, hat Bender nicht nur die einzelnen Weinbergslagen –
derzeit insgesamt rund 24 Hektar – gut ausgewählt, sondern betreut auch die nach seinen Vorgaben
arbeitenden Traubenlieferanten das ganze Jahr über intensiv.

Jung, elegant, zeitgemäß
Der Name Bender steht für jung, elegant, klar und modern. Er produziert sowohl anspruchsvolle und
fordernde Premium-Weine, die Kenner und Liebhaber überzeugen, als auch unkomplizierte, einfach
zugängliche Weine für vinophile Novizen. „Ich will mit meinen Weinen nicht nur Kenner, sondern vor
allem auch junges und urbanes Publikum ansprechen.“

Andreas Bender verbindet in seinem Weinprojekt auf einzigartige Weise mehrere verschiedene
Aspekte:

traditionelle, klassische Winzertugenden, wie etwa Respekt vor dem Terroir, Priorität
der Weingartenarbeit, Handlese, schonende Behandlung der Trauben, Spontanvergärung


zeitgemäße Methoden der Weinbereitung: temperaturkontrollierte Edelstahltanks,
gekühlte Vergärung, Barrique-Reifung


Jugend, Dynamik, Innovation: die Persönlichkeit des Winzers, seine Kunden, das Unternehmenskonzept,
der Auftritt nach außen hin, sichtbar etwa an klaren, zeitgemäß
gestalteten Etiketten.

Von Kindesbeinen an
Bender bereitete sein Weinprojekt gründlich vor und hat für einen Mann seines Alters
(Jahrgang 1980) das Thema Wein bereits von vielen verschiedenen Blickwinkeln aus
kennengelernt: Sein Vater, ein Rebveredler, brachte ihm viel über den Rebstock, den
Boden und den Weinberg bei, von Kindesbeinen an arbeitete er im Weingarten mit, im
zarten Alter von 13 Jahren produzierte er seine ersten Weine.
Das Handwerk verfeinerte er später bei mehreren deutschen Weingütern, dazu kamen
Aufenthalte in den USA, Frankreich, Österreich und Italien.
Während einiger Semester des Önologie- und Weinbaustudiums in Geisenheim befasste
sich Andreas Bender auf akademischem Niveau mit Wein, später setzte er seine
betriebswirtschaftlichen Kenntnisse in Weinhandel und Weinmarketing in die Praxis
um.
2006 baute er gemeinsam mit dem Österreicher Leo Hillinger das Projekt
LEO/GermanHill auf, seit Ende 2008 widmet sich Bender seinem eigenen Weinprojekt,
das er nun im Frühling 2010 der Öffentlichkeit vorstellt.

Querdenken
Um die bestmögliche Traubenqualität der jeweiligen Region produzieren zu können,
pendelt die „One Man Show“ Bender ständig zwischen seiner alten Heimat an der Mosel
und seiner neuen Liebe, der Pfalz. Er sagt: „Die vielfältigen Böden in der Pfalz – Kies,
Sand, Lehm, Löss, Kalk- und Buntsandstein – bieten optimale Voraussetzungen für
ebenso unterschiedliche wie vielschichtige Weine.“ Ein Potenzial, das der Winzer gut
auszuschöpfen weiß, vom eleganten Riesling bis zum kraftvollen Cabernet Sauvignon.
Am Cabernet zeigt sich das Querdenkertum Benders exemplarisch: In Jahren, in denen
die anspruchsvolle, spät reifende Sorte zu wenig direkte Sonne bekommt – in Deutschland
zuletzt 2008 –, und damit die Tannine zu wenig reif sind, produziert der Winzer
keinen Rotwein aus den Cabernet-Trauben. Vielmehr lässt er die Trauben am Stock
hängen, erntet viel später – und macht einen vorzüglichen Cabernet-Eiswein daraus –
eine absolute Seltenheit!